Bericht - Das Jahr 2018

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Jahr 2018 > Fahrt ins Stiftsland
Auf den Spuren der böhmisch -
bayerischen Geschichte
Waldsassen und Marktredwitz
Wieder einmal war die Sudetendeutsche Landsmannschaft Bayreuth mit mehr als 50 Teilnehmern auf großer Fahrt um die zum Teil gemeinsame bayerisch - böhmische Geschichte zu erkunden.

Waldsassen
Ziel war einmal Waldsassen mit der Stifts-Abtei der Zisterzienserinnen und zum anderen das Egerländer Kulturhaus in Marktredwitz.
Waldsassen ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth und das kulturelle Zentrum des Oberpfälzer Stiftlands. Die Stadt hat heute rund 6 700 Einwohner, liegt auf 477 m Höhe und besitzt wenig Industrie. Ein bedeutendes Unternehmen ist die Glashütte Lampert mit Echt-Antik-Glas für Kunstverglasungen. Weggebrochen ist die Porzellanindustrie. Die Stadt bemüht sich aber mit Erfolg Zukunftsprojekte zu entwickeln.
Waldsassen und die Sudetendeutschen
Eine Patenschaft besteht seit 1956 zur Stadt Chodau (Chodov) im Kreis Karlsbad, welche seit 2015 zur Städtepartnerschaft ausgebaut wurde. Waldsassen hat mit der gewaltsamen Vertreibung 1945/1946 sehr viele Sudetendeutsche aufgenommen. Eine grobe Größenordnung zeigt der Vergleich mit der Bevölkerungsstatistik von 1939 mit 6 599 Einwohnern im Vergleich zu 1950 mit 9 764 Einwohnern, also eine positive Differenz von 1 165 Einwohnern.

Die Stiftsbasilika und die Zisterzienserinnen
Einen sehr starken Eindruck hat die Besichtigung der Stiftsbasilika Waldsassen bei den Teilnehmern-innen hinterlassen.
Die heutige Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und St. Johannes Evangelist wurde in ihrer heutigen Form von 1685 bis 1704 als Abteikirche erbaut und gehört zum Kloster Waldsassen.
Bedeutende Kirchenbaumeister wie Georg Dientzenhofer und Abraham Leuthner schufen mit dieser Pfeilerbasilika eine der bemerkenswertesten Barockkirchen Bayerns.
Seit Mitte der 1990er Jahre erlebt das Kloster Waldsassen einen Neuaufbruch. Im Zuge der ersten Generalsanierung seit der Barockzeit konnten die vom Verfall bedrohten Gebäude renoviert werden. Ein Gästehaus für ein Kultur- und Begegnungszentrum wurde errichtet. Seit September 2008 besteht eine Stiftung Kloster Waldsassen GmbH & Co KG, die Betreiber des Kultur- und Begegnungszentrums Abtei Waldsassen und einer privaten, römisch-katholischen Realschule für Mädchen, in der auch Schwestern des Ordens der Zisterzienserinnen als Lehrkräfte tätig sind.
Der Konvent der Zisterzienserinnen erhält Zuwachs durch junge Schwestern und verdient ein Zubrot durch die Aufnahme und Versorgung der Gäste im Gästehaus St. Joseph, Anfertigung von Kunsthandwerk wie Paramentik, Gestaltung von Kerzen und den Verkauf der eigenen Erzeugnisse im Klosterladen. Es ist enorm und erstaunenswert was der Konvent der Zisterzienserinnen hier geschaffen hat.

Waldsassen als böhmisches Mutterkloster
Besonders zu erwähnen ist die Funktion des Klosters der Zisterzienser Waldsassen als Mutterkloster für die Klöster Sedletz (Sedlec) und Ossegg (Osek) in Böhmen.
Kloster Sedletz (Sedlec) ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster in Sedletz, einem Stadtteil von Kutttenberg südöstlich von Prag. Das Kloster war die erste Niederlassung der Zisterzienser in Böhmen.
Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt wird seit 1995 als UNESCO-Welterbe geführt.
Das Kloster Ossegg (Osek) ist eine ehemalige Zisterzienser-Abtei und ein Baudenkmal von hohem historischem und künstlerischem Wert und eine der bedeutendsten Klosteranlagen Nordböhmens. Es ist Teil der Ortschaft Ossegg (Osek), die am Südhang des östlichen Erzgebirges liegt.
Karpfenregion
Sehr zu empfehlen ist in Waldsassen auch das königlich-bayerische Forsthaus mit einem sehr reichhaltigen Speisenangebot. Entsprechend der örtlichen Gegebenheiten wurde von unserer Reisegesellschaft den Karpfen blau oder gebacken der Vorzug gegeben.

Egerländer Kulturhaus in Marktredwitz                                                   
Einen schier unendlichen Fundus bietet das Egerland Kulturhaus in Marktredwitz mit der zurzeit laufenden Sonderausstellung über Krippen im Egerland. Das Egerland war die bedeutendste Krippenlandschaft Böhmens. Viele tausende Schnitzer Hände begabter Handwerker sollen durch die Ausstellung nicht in Vergessenheit geraten.

Die Dauerausstellung
Die Dauerausstellung selbst zeigt das Leben, die Geschichte und die Kultur des Egerlandes. Ergänzt durch eine Kunstgalerie, welche beeindruckende Werke heimatverbundener Künstler zeigt; weiter eine Bibliothek über die Literatur des Egerlandes und ein Textildepot mit einer umfangreichen Sammlung an Textilien der heimatvertriebenen Egerländer.
Der Besuch dieses Museums ist eigentlich für jeden geschichtlich interessierten Menschen ein Muss.
Marktredwitz ist eine Große Kreisstadt im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Sie bildet als dessen größte Stadt ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum im Landkreis. Sie hat 17 262 Einwohner und liegt auf 529 m Höhe.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gerät Marktredwitz (damals Redwitz) in den Einflussbereich des Klosters Waldsassen, dem es Kaiser Ludwig der Bayer im Jahr 1339 mit allen Rechten übereignet. Nur ein Jahr später jedoch verkauft man Redwitz an die Reichsstadt Eger. Bis zum Jahr 1816 bleibt diese Verbindung bestehen und hat die Entwicklung der Stadt nachhaltig beeinflusst.
Als Sitz der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern e.V. ist Marktredwitz ein Zentrum der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Region Westböhmen (Egerland), südliches Sachsen und Thüringen sowie Nordostbayern.
Marktredwitz und die Sudetendeutschen
Eine Städtepartnerschaft mit einer Stadt in Tschechien gibt es nicht. Es besteht auch keine Patenschaft, allerdings pflegt Marktredwitz besondere Freundschaft zu Eger (Cheb). Als besonderer Höhepunkt dieser Freundschaft war die „Grenzenlose Gartenschau 2006“ zwischen Marktredwitz - Eger / Cheb.
Auch Marktredwitz hat mit der gewaltsamen Vertreibung 1945/1946 sehr viele Sudetendeutsche aufgenommen. Eine grobe Größenordnung zeigt der Vergleich mit der Bevölkerungsstatistik von 1939 mit 15 748 Einwohnern im Vergleich zu 1950 mit 21 065 Einwohnern, also eine positive Differenz von 5 317 Einwohnern.

Hohe Auszeichnung für Helmut Mürling
Im Rahmen dieser Erkundungstour ist an Helmut Mürling die Lodgman-Plakette verliehen worden. Hierüber wird gesondert berichtet.

Fazit
Wieder eine gut vorbereitete und gelungene Fahrt, mit zumindest visuellen Kontakten in die alte Heimat, fanden zusammenfassend die Teilnehmer der Fahrt.
Beim abschließenden Kaffeetrinken in Karches  bei Bischofsgrün konnten alle Teilnehmer den sehr informativen Tag nochmals Revue passieren lassen.

Manfred Kees
26.01.2018


 
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