Vortrag "Berühmte Marionetten" - Homepage der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bayreuth

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Berühmte Marionetten
Berühmte Marionetten, Vortrag
über Spejbl und Hurvinek

Für Montag 4. Februar hatten die Deutsche – Tschechische Gesellschaft, die Sudetendeutsche Landsmannschaft und das evangelische Bildungswerk Bayreuth zu einem Vortrag über die berühmten Marionetten Spejbl und Hurvinek eingeladen. Sehr einfühlsam und sehr detailliert, lebendig und anschaulich trug die Referentin Dr. Katarina Kovacková die Geschichte dieser berühmten Figuren und ihres Schöpfers Josef Skupa vor. Sie zeigte auf, wie das Duo entstand, welche Vorbilder es hatte und vor allem warum die beiden Figuren solche Erfolge feiern konnten.
Spejbl und Hurvínek sind die zwei berühmtesten Marionetten des tschechischen Puppenspielers Josef Skupa. Vater Spejbl wurde 1919/1920 vom Pilsener Holzschnitzer Karel Nosek nach Vorlagen Skupas gefertigt. Im Jahre 1926 folgte Sohn Hurvínek, gefertigt von Gustav Nosek. In späteren Jahren kamen weitere Figuren hinzu: Hurvíneks Freundin Mánička (1930), Hund Žeryk (1930, deutsch auch Jerry) und Frau Kateřina (1971), die Großmutter Máničkas.
Große Ohren, rollende Augen, der eine groß im schwarzen Frack, der andere klein in kurzer Hose, große Holzschuhe und unverkennbare, prägnante Stimmen, sind die Erkennungszeichen des Duos Vater und Sohn, an die sich mittlerweile mehrere Kinder- bzw. Elterngenerationen erinnern. Die populäre Vater – Sohn – Rollen erfordern eine hohe, anstrengende Spieltechnik und bestechen durch die präzisen humorvollen Dialoge.
Kern der meisten, insbesondere der kurzen Stücke sind die Dialoge zwischen dem Vater Spejbl, der oft von sich und seinen Kenntnissen sehr überzeugt ist, und seinen vorlauten, aber aufgeweckten Sohn Hurvínek, der die Selbstüberzeugung des Vaters mit entsprechenden Fragen ins Wanken bringt. Die Stücke sind eine Mischung aus groteskem Humor und Alltagssatire. Sie sind alltagsbezogen orientiert und parodieren so die zeitgeschichtlichen Verhältnisse und wohl auch die Generationenkonflikte wider. Josef Skupa (* 16. Januar 1892, † 8. Januar 1957) studierte an der Fakultät für angewandte Kunst in Prag. Er arbeitete unter anderem als Bühnenbildner im Pilsener Stadttheater und als Designer bei Škoda. Nach dem Ersten Weltkrieg begründete er das erste und einzige professionelle tschechoslowakische Puppentheater.. Durch die Marionetten übte Skupa mit Hilfe der Satire Kritik an den deutschen Besatzern. Daraufhin wurde er verhaftet und 1944 ins Gestapo-Gefängnis nach Dresden überführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Prager Marionettentheater Spejbl und Hurvínek wieder eröffnet und erlangte binnen kurzer Zeit Weltruhm. Es gehört seit über 70 Jahren zu den erfolgreichsten Puppenbühnen der Welt.
Besonderer Beliebtheit im deutschsprachigen Raum erfreuten sich die Puppen in der DDR. Dort erschienen – zusätzlich zu den vielen Gastspielen – zahlreiche Hörspiele auf Schallplatte und Kompaktkassette. Noch heute finden die meisten Deutschland-Gastspiele der Prager in Ostdeutschland statt.
Referentin: Dr. Katarina Kovacková, am 5. Juni 1981 in Pilsen in Westböhmen (Tschechien) geboren, studierte in Böhmen (Pilsen / Plzeń), Bayern (Regensburg und München) und Berlin Germanistik und Kunst. Ihr Interesse richtet sich auf die deutsche Literatur aus den böhmischen Ländern, ihre Liebe gilt der Kulturregion Böhmen und dem Schreiben in deutscher Sprache. Im Herbst 2014 übersiedelte sie in ihre Heimatstadt Pilsen zurück. Seitdem ist sie freischaffend, nach wie vor v.a. zwischen Böhmen und Bayern unterwegs, hält Vorträge und Lesungen zur deutschen Literatur aus den böhmischen Ländern, ist auf dem Gebiet der deutsch-tschechischen Annäherung tätig. Sie hat mehrere Stipendien und Auszeichnungen erhalten, u.a. das Stipendium des Adalbert-Stifter-Vereins in München für junge Künstler und Nachwuchswissenschaftler. Sie ist Trägerin des Adolf-Klima-Preises für das Jahr 2010 der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste für ihre Magisterarbeit über Otfried Preußler.
In Bayreuth war sie bereits zum dritten Mal. 2013 „Otfried Preußler in neuem Licht“, 2016 „Feine Leute essen wenig“ und jetzt 2019 mit dem Vortrag „Berühmte Marionetten“.
Wer Lust dazu hat, kann Video-Proben der Beiden unter bing.com/videos aufrufen.

Manfred Kees, 07.02.2019, (Quellen u.a. Wikipedia)
 
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