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Braunau
nach Wikipedia

Geographie

Broumov liegt etwa 30 km südlich von Wałbrzych, 34 km nordwestlich von Kłodzko und 30 km nordöstlich des Okressitzes Náchod und gehört zur Region Königgrätz.

Westlich von Broumov befinden sich die Braunauer Wände und die Adersbacher und Weckelsdorfer Felsen. Aufgrund der dort vorzufindenden bizarren Felsformationen sind sie ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Broumov ist das Zentrum des Braunauer Ländchens (Broumovsko), das auch als

Braunauer Land bezeichnet wird.
Stadtgliederung

Die Stadt Broumov besteht aus den Gemeindeteilen Broumov (Braunau), Olivětín (Ölberg), Poříčí (Sand), Nové Město (Neue Heimat), Kolonie 5. května

(Schafferbergsiedlung), Velká Ves (Großdorf), Benešov (Straßenau) und Rožmitál (Rosental).

Geschichte

Die Stadt Braunau wurde vom Zeitpunkt ihrer Gründung an über sieben Jahrhunderte durch die Tätigkeit des Benediktinerordens in der Abtei des Heiligen Wenzel geprägt. Der rasche Aufstieg der Stadt hing wesentlich mit der Prosperität des Tuchmachergewerbes zusammen, dessen Absatzmärkte sich vor allem im Inneren Böhmens sowie im benachbarten Schlesien befande
Das Braunauer Land wurde durch die Benediktinerabtei Břevnov kolonisiert. Vermutlich im Jahr 1255 wurde Braunau als Marktort gegründet und bildete fortan den wirtschaftlichen Mittelpunkt sowie das Verwaltungszentrum der Grundherrschaft des Ordens. 1348 wurden dem Abt des Stiftes Břevnov von Kaiser Karl IV. dieselben Rechte über dessen Untertanen verliehen, wie sie die königlichen Städte Glatz und Königgrätz damals besaßen.[2]
Der historische Stadtkern von Braunau hat einen typisch schlesischen Grundriss. Dabei begrenzen zwei parallel verlaufende Hauptstraßen von zwei Seiten den großen Marktplatz und treffen an den sich gegenüber liegenden Stadttoren zusammen. Der Rand eines Felsenvorsprungs wurde nach der Planung des Lokators einer Burg und der Pfarrkirche vorbehalten. Unterhalb der Stadtmauern wurden Vorstädte mit Mühlen, Walken, befestigtem Meierhof, Bad und Hospital gegründet.
Die ursprüngliche aus dem Mittelalter stammende hölzerne Verbauung ist bis auf die Friedhofskirche "Unserer Lieben Frau" nach mehreren Bränden verschwunden. Nach einem Brand im Jahr 1306 wurde die Burg zu einem befestigten Kloster mit der Kirche St. Adalbert umgebaut. Ebenso wie die Klosterkirche wurde auch die Pfarrkirche St. Peter und Paul aus Stein erbaut.
Braunau wurde im Verlauf des 14. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Kulturzentren in Nordostböhmen. Mit dem Bau der Stadtmauer wurde im Jahr 1357 begonnen. Die Arbeiten waren 1380 beendet. Wachsender Wohlstand führte zum Bau von steinernen Häusern auf dem Ringplatz und den anliegenden Gassen. Im Stil der Renaissance wurde nach dem großen Brand im Jahr 1549 auch das Kloster wieder aufgebaut.
In der Zeit des Barock kam es zu einem allgemeinen Aufstieg der Abtei Břevnov. Nach Überwindung der katastrophalen Folgen des Dreißigjährigen Krieges, erlangte der Orden besonders unter den Äbten Thomas Sartorius (1663-1700) und Othmar Daniel Zinke (1700–1738) beachtliche wirtschaftliche Einnahmen. Diese ermöglichten in Braunau die Erneuerung aller Kirchen und des von der Feuersbrunst vernichteten Klosters nach Entwürfen des Baumeisters Martin Allio. Unter der Leitung von Christoph Dientzenhofer wurden die Terrassen und Höfe errichtet, das Stifts-Gymnasium und die Stifs-Apotheke gebaut. Schließlich wurden auch die Entwürfe des Kilian Ignaz Dientzenhofer realisiert, zu denen der gesamte Umbau des Braunauer Klosters in den Jahren 1728–38 zählte.

Die Schlesischen Kriege hatten verhängnisvolle Auswirkungen auf die Stadt Braunau. Zum einen kam es zu Plünderungen durch vorbeiziehende Truppen, zum anderen wurden durch die preußische Besetzung von Schlesien und Glatz jahrhundertealte Handels- und Kulturbeziehungen unterbrochen. Durch die Kriegsereignisse beschränkte sich die Bautätigkeit des Ordens auf Instandsetzungen nach den Bränden in den Jahren 1757 und 1759. In ihrer volkstümlichen Ausformung überlebte die Barockkultur im Braunauer Ländchen bis 1848.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden mit Beginn der Industrialisierung die ersten Industrieanlagen und außerhalb der Stadtmauer Villen der Fabrikanten und Mietshäuser für die Werktätigen. Am 14. Juli 1847 ging zwischen Braunau und Hauptmannsdorf der Braunauer Meteorit nieder. 1856 errichtete Josef von Schroll in Ölberg eine erfolgreiche, mechanische Weberei, der 1860 und 1876 noch zwei weitere Fabriken in Braunau folgten. Nach dem Ende der Erbuntertänigkeit wurde Braunau 1850 Sitz eines Bezirksgerichts (Gerichtsbezirk Braunau).
Der Deutsche Krieg von 1866 und seine wirtschaftlichen Folgen hatten eine Auswanderungswelle nach Lateinamerika, vor allem nach Chile, zur Folge. So wurde 1875 nördlich von Puerto Montt der Ort Nueva Braunau gegründet.
Gebäude in Broumov
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und den Untergang der Monarchie Österreich-Ungarn kam Braunau am 28. Oktober 1918 gegen den Willen der einheimischen Bevölkerung durch den Vertrag von Saint-Germain im September 1919 zur neugegründeten Tschechoslowakei und wurde von tschechischen Truppen besetzt. Nach dem Münchner Abkommen vom 30. September 1938 kam die Stadt zum Reichsgau Sudetenland im Deutschen Reich und war Kreisstadt des Landkreis Braunau. Am 9. Mai 1945 zu Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Braunau von Einheiten der Roten Armee der Sowjetunion besetzt und die politische Verwaltung übernahmen die sich bildenden tschechoslowakischen Machtorgane. Hatte die Stadt am 1. Dezember 1930 noch 7.356 Einwohner, so waren es am 17. Mai 1939 6.383 und am 22. Mai 1947 nach der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei nur noch 4.557. In der Umbruchsituation der ersten Nachkriegswochen kam es zu Plünderungen, und Ermordung deutscher Zivilisten, Vergewaltigungen und wilder Inbesitznahme von Haus-, Grund- und Firmeneigentum. Der Boden und das Gewerbe wurden von Neusiedlern aus den anliegenden Bezirken Ostböhmens, aus der Slowakei und Re-Immigranten aus dem Ausland übernommen. Somit war die Bevölkerung Braunaus nahezu komplett ausgetauscht und weitgehend tschechischsprachig geworden. 1961 verlor die Stadt ihren Status als Bezirksstadt und kam zum Okres Náchod. In der Zeit nach 1945 gelangten die Patres des Stift Broumov als Heimatvertriebene nach dem Kloster Rohr (Niederbayern), seit 1803 den Augustiner-Chorherren säkularisiert, wurden dort ansässig und gründeten 1947 das Johannes-Nepomuk-Gymnasium Rohr in Niederbayern.



 
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