Friedek Mistek - Homepage der Sudetendeutschen in Bayreuth und Umgebung

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Friedek Mistek

Unsere Heimatstädte > Städte von F-K

Friedek Mistek
Frýdek-Místek
Frýdek-Místek

zDie Doppelstadt und Bezirksstadt Frýdek-Místek (deutsch Friedeck-Mistek, auch Friedek-Mistek) im Moravskoslezský kraj (Tschechien) mit 57.135 Einwohnern (2014) entstand am 1. Januar 1943 durch die Vereinigung von zwei selbständigen Städten, dem mährischen Friedberg (schon in österreichisch-ungarischer Zeit Místek) und dem schlesischen Friedeck (Frýdek). Frýdek befindet sich am rechten Ufer des Flusses Ostravice, direkt am Zusammenfluss mit der Morávka, Místek am linken Ufer. Die Ostravice ist hier die traditionelle Grenze zwischen Mähren und Schlesien. Frýdek-Místek ist Sitz der Bezirksverwaltung des gleichnamigen Bezirks.

Geschichte

Möglicherweise war das inzwischen verschwundene Dorf Jamnice, 1305 erstmals schriftlich als Jannutha erwähnt, die erste Ansiedlung auf dem Gebiet der Stadt. Der genaue Standort dieses Dorfes konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Es befand sich wahrscheinlich an der Stelle von Staré Město, kann aber auch auf den Fluren des Stadtteils Frýdek gelegen haben.
Die Festung von Jamnitz wurde später in eine gotische Burg der Landesherren umgebaut, in deren Einzugsgebiet zwischen 1327 und 1333 Friedeck angelegt wurde. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde Friedeck Zentrum der Region und beschützte gemeinsam mit der Burg den Handelsweg durch die Mährische Pforte an der Landesgrenze. Nach dem Tod von Herzog Friedrich Kasimir von Teschen wurde Friedeck aus dem Fürstentum Teschen ausgegliedert und 1573 den Brüdern Georg und Matthias von Logau (Jiří und Matyáš z Lohova) verkauft. Später übernahmen die Familien von Würben und Freudenthal, von Oppersdorf, Praschma von Bilkau (Pražma z Bílkova) und schließlich die Habsburger die Ländereien. Im 17. Jahrhundert wurde die Stadt durch Brände und die Pest heimgesucht. 1869 wurde Friedeck zur Magisterstadt. Ende des 19. Jahrhunderts zählte Friedeck viertausend, 1921 bereits knapp elftausend Einwohner.
Místek (Mistek)
Marktplatz in Místek

Bekannt ist Místek für häufige Überschwemmungen. An seiner Stelle befand sich ursprünglich der Marktflecken Friedberg (Frydberk), von dem das erste Mal im Testament des Bischofs Bruno von Schauenburg vom 29. November 1267 berichtet wird. Während der Kriege der mährischen Luxemburger in den Jahren 1386–1400 wurde Friedberg zerstört. 1402 verkauften Lacek und Wok von Krawarn dem Fürsten Přemek von Teschen einige Siedlungen, unter anderem auch „Newensteil“ – das heutige Místek. Zwischen 1402 und 1581 war das „Neustädtl“ gemeinsam mit umliegenden Gemeinden an Friedeck angeschlossen. Später wurde die Stadt wieder eigenständig und Eigentum der Herren von Hochwald. Auch zu dieser Zeit wurde die Stadt, für die sich immer mehr der Name Mistek einbürgerte, mehrmals von Feuerbrünsten und Überschwemmungen heimgesucht. Seit Beginn der industriellen Revolution nahm die Bevölkerungszahl stark zu. Hatte die Stadt 1834 noch 2.600 Einwohner, so lebte hier 1900 bereits die dreifache Anzahl. In Kartenwerken des 19. Jahrhunderts war die Stadt nur als Mistek verzeichnet.
Mistek rund 1850 in Mähren
Deutsche Besatzungszeit

Bei der Besetzung der „Rest-Tschechei“ durch Deutschland wehrten sich die Soldaten des 8. Fußregiments gegen die Besatzer, die zunächst durch die Mährische Pforte ins Landesinnere vordrangen. Am 14. März 1939 abends kam es bei Místek zu Schießereien zwischen der Wehrmacht und diesem mährischen Regiment. Während der Besatzung bekam Místek offiziell den seit Jahrhunderten ungebräuchlichen Namen Friedberg. Die Städte wurden mit den umliegenden Gemeinden zusammengelegt.
Gemeinsame Geschichte

In den Jahren 1960–1964 wurde am Südrand des Gemeindegebiets die Olešná-Talsperre gebaut. Seit 1983 vor allem zur Wasserversorgung eines Zellulosewerkes genutzt, wurde sie in den letzten Jahren touristisch aufgewertet.
Stadtteile

   Chlebovice
   Lískovec
   Lysůvky
   Skalice
   Zelinkovice

Sehenswürdigkeiten

   Etwa fünf Kilometer südwestlich der Stadt liegt das Hügelland Palkovické hůrky mit der Ruine der Burg Hukvaldy.
   Im Schloss im Zentrum von Friedeck befindet sich das Beskidenmuseum.
   Die Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung in Friedeck
   Jüdischer Friedhof (Frýdek-Místek)

   Jodokuskirche in Frýdek



Persönlichkeiten

   Petr Bezruč, tschechischer Dichter, lebte hier 1891–1893.
   Dan Gawrecki (* 1943), tschechischer Historiker
   Ervin Goj (1906–1989), Schriftsteller, der auch unter dem Pseudonym Óndra Łysohorský publizierte.
   Karl Schwerzek (* 16. November 1848 in Friedek; † 13. Dezember 1918 in Wien), österreichischer Bildhauer
   Eduard Bartoníček (1865–1915), Organist und Komponist der schlesischen Hymne.
   Emil Paur (* 1855 in Czernowitz; † 1932 in Mistek), Schüler des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Kapellmeister in Kassel und Königsberg; später in Leipzig, Boston, New York (Philharmonie und Metropolitan Opera), Pittsburgh, Berlin (Hofoper); schrieb unter anderem eine Symphonie und ein Klavierkonzert.
   Guido Masanetz (* 1914 in Friedek; † 5. November 2015 in Berlin), deutscher Komponist und Kapellmeister.
   Günther Furrer (26. November 1922 [2] in Friedek; † 3. August 2013 in Zürich [3]), Schweizer Sportjournalist der NZZ.[4]
   Franz Chvostek senior (* 1835 in Místek; † 1884), österreichischer Mediziner
   Jan Keller (* 1955), tschechischer Soziologe und Politiker
   Petr Velička (* 26. Februar 1967 in Frýdek-Místek), tschechischer Schachmeister
   Tomáš Galásek (* 15. Januar 1973 in Frýdek-Místek), tschechischer Fußballspieler
   Jana Jacková (* 6. August 1982 in Frýdek-Místek), tschechische Schachmeisterin
   Victor Clariß Czajanek (* 1876 in Místek; † 25. September 1952 in Frohnleiten, Steiermark), deutscher Komponist und Kirchenmusiker; flüchtete nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frohnleiten in der Steiermark, wo er die Position eines Musikschulleiters innehatte
   Jiří Urbánek (1944–2009), Fusion- und Jazzmusiker

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü