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Der Taler

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Früher Taler aus St. Joachimstal ohne Jahresangabe. Die Vorderseite zeigt St. Joachim, die Rückseite präsentiert den böhmischen Wappenlöwen mit der Umschrift LVDOVICUS PRIM(vs)D(ei) GRACIA REX BO(hemiae), zu Deutsch Ludwig I von Gottes Gnaden König von Böhmen

Die Geschichte des Talers
Aus dem Philatelie-Journal "Postfrisch" 12/2011
Taler stammen aus einer Zeit, als der Wert einer Münze noch durch den Edelmetallgehalt einer Münze gesichert war. Sie waren die größten und schwersten deutschen Silbermünzen. Der Taler ist in vielen Ländern der Welt geprägt worden und hat dort vom Namen Taler abgeleitete Eigennamen erhalten. Das beste Beispiel ist der "Dollar" im Anglo- amerikanischen Sprachraum.
Anno 1516 trauten die Bergleute im böhmischen Conradsgrün ihren Augen nicht: Nach jedem Schlag ihrer Schlägel polterte plötzlich Silbererz vor die Füße. Lange war ihre Mine nicht besonders ertragreich gewesen, doch jetzt war ihnen das Glück hold und eine reiche Silberader belohnte sie für die Mühsal unter Tage.
Mit dem Fund der Silberader erlebte der kleine Provinzort im Erzgebirge eine kometenhaften Aufstieg: 1517 wurde er in Anlehnung an die altehrwürdige Bergstadt St. Annaberg in St. Joachimsthal und vom böhmischen König Ludwig zur freien Bergstadt erhoben. Das wirklich Bedeutende aber war die Verleihung des Münzrechtes an die Stadtherren, die Grafen zu Schlick. Nun brauchten sie das Silber nicht mehr als Rohmetall nach Nürnberg zu exportieren, sondern durften es am Förderort prägen. Das brachte den Grafen reichliche Gewinne ein und machte sie in wenigen Jahren zu einem der reichsten Adelsgeschlechter des Landes.
Der "Joachimsthaler Guldengroschen" lösten nun die auf Gold geprägten Gulden ab, die bis dahin den Handel geprägt hatten. Gold war knapp in Europa. un ermöglichte der große Silberreichtum die Prägung vieler Münzen, die im Wert etwa dem Gulden entsprachen, dafür aber wesentlich größer sein mußten. So waren die Joachimsthaler bald weithin verbreitet. Scho um 1540 bürgerte aich die Kurzform Taler oder Thaler ein, die sich schnell für Silbermünzen dieser Art durchsetzte.


Der Siegeszug des Talers
Viele deutsche Länder prägten in dieser Zeit Taler, jedoch mit eigenem Münzfuß mit unterschiedlichen Größen und Gewichten. Das erschwerte die Vergleichbarkeit und damit die Verwendung
Bergleute in St. Joachimsthal (zeitgenössischer Holzschnitt, 1548)
 des Talers über die Grenzen hinweg und bedeutete nur für die Geldwechsler ein gutes Geschäft. Während der Reformationszeit verhinderten zudem die Unreinigkeit der deutschen Herrscher eine reichsweite Münzreform. Erst 1566 kam endlich die langerhoffte Vereinheitlichung der Talerprägung. Basis wurde die Gewichtseinheit "Kölner Mark" (etwa 234 Gramm Silber"), aus der neun Reichsthaler geprägt wurden. Nun war der Siegeszug des Talers 
nicht mehr aufzuhalten. Nun wurde die hauptmünze in den nord- und mitteldeutschen Gebieten unter abgewandelten Namen auch in vielen anderen Ländern Europas verwendet. Die schweren, großen Taler boten sich auch für besondere Repräsentationsprägungen an. So entstanden Taler , die Krönungen, Jubiläen, Städte und militärische Siege würdigten.

Verbindung von Nord und Süd
Um die im süddeutschen Raum vorherrschende Guldenwährung mit norddeutschen Talern zu verbinden, wurde 11857 im Wiener Münzvertrag ein neues Grundmaß für Talermünzen festgeschrieben: Das Zollpfund mit exakt 500 Gramm. aus diesem Pfund wurden 30 Vereinstalerzu je 16,67 Gramm Feinsilber mit einer Feinheit von 900/1000 geprägt.
Selbst nach Einführung der mark im Jahre 1871 waren die Vereinstaler noch unbeschränkt gültiges gesetzliches Zahlungsmittel im wert von nun drei Mark. Sie wurden erst 1907 aus dem Verkehr gezogen und durch ein Drei- Mark- Stück ersetzt. Dennoch blieb der Taler im Sprachgebrauch lebendig- wie etwa in dem belkannten Spruch "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert".
Der Maria-Theresien-Taler (MTT) ist eine seit 1741 bis heute geprägte Silbermünze mit einem Konterfei Kaiserin Maria Theresias, der Erzherzogin von Österreich und Gattin des römisch-deutschen Kaisers Franz I. Stephan. Er diente in der österreichischen Habsburgermonarchie, aber auch in anderen europäischen und außereuropäischen Territorien alsHandelsmünze und Zahlungsmittel und gilt heute als Sammelobjekt.
Zwischen 1751 und 2000 wurden ca. 389 Millionen Maria-Theresien-Taler geprägt.

 
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